Die hier aufgeführten Stichworte beschreiben nicht die spirituelle, geschichtliche und kulturelle Vielfalt des Pilgerns.
Das Glossar beansprucht keine Vollständigkeit. Für die vorliegende Fassung wurden grundlegende und regional relevante Stichworte ausgewählt und erläutert.
Von Zeit zu Zeit werden sie ergänzt. Anregungen dazu können weitergegeben werden an Peter Müller info.pje.mueller@gmx.de
(griechisch: der Bote) - Im Neuen Testament die 12 Männer, die Jesus nach dem Vorbild der 12 Stämme Israels zu seinem engsten Jüngerkreis berufen hatte.
Sie sollten nach seinem Tod und seiner Auferweckung seine Botschaft in aller Welt verkünden. Eine alte Tradition berichtet, dass der Apostel Jakobus die christliche
Botschaft in Spanien verkündete.
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Ist ursprünglich der in Nordspanien vorkommende schwarze Halbedelstein Gagat. Aus ihm wurden in Santiago des Compostela vor allem Schmuck,
Amulette und Devotionalien (Jakobus – Devotionalien) hergestellt und an Pilger verkauft, neben der Muschel ein weiteres Zeichen ihrer Pilgerschaft.
In Hechingen, am Fuße der Burg Hohenzollern, wurde 1957 im Klostergarten von St. Lutzen eine 3,4 cm große Jakobusfigur aus Gagat, ein so genannter „Azabache“, gefunden.
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Immer dann, wenn der 25. Juli, der Namenstag des Apostels Jakobus auf einen Sonntag fällt, feiert Santiago de Compostela dieses Jubiläum.
Durch die Schaltjahre entsteht ein besonderer Rhythmus: Jeweils nach 6 - 5 - 6 – 11 Jahren findet ein heiliges Jahr statt, das nächste ist 2010 und dann
erst wieder 2021.
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Die puerta santa in Santiago de Compostela steht für die Pilger traditionsgemäß während des heiligen Jahres offen.
Die Pilger ziehen durch sie von der östlichen Plaza de Quintana in die Kathedrale ein. Die heilige Pforte wird jeweils am Vorabend eines heiligen Jahres
vom Erzbischof in einem feierlichen Ritus eröffnet und am Ende des Jahres geschlossen.
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(Hebräisch: Ya’aqov’el = Gott möge schützen). Jakobus der Ältere, war der Sohn des Fischers Zebedäus und seiner Frau Salome
und der Bruder des Johannes, des Evangelisten. Als „Jakobus der Ältere“ (maior) wird er bezeichnet in Abgrenzung zu „Jakobus der Jüngere“ (minor), der auch zum
Apostelkreis Jesu gehörte.
Der Überlieferung nach hat Jakobus der Ältere Spanien missioniert, soll aber nach einiger Zeit wieder nach Palästina zurückgekehrt sein.
Im Jahr 44 n. Chr. wurde er unter König Herodes Agrippa I. enthauptet und starb als erster der Apostel für sein Glaubenszeugnis.
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Die Gestalt des Jakobus des Älteren wurde für die mittelalterlichen Menschen in ganz Europa zu einer allgegenwärtigen
Figur an Portalen und Fassaden, in Kirchen und Kreuzgängen, auf Bildern und Altären. Die unterschiedlichen Darstellungen sind durch die Kunstepoche
der jeweiligen Zeit geprägt. Wir begegnen Jakobus als:
- Fischer am See Genesareth, den Jesus als Jünger beruft (z.B. in Seebronn bei Rottenburg) und der mit ihm in Galiläa unterwegs ist
- Apostel, der meist in einer Apostelreihen steht: Barfuss, mit einer Toga, einem Buch oder einer Schriftrolle
- Märtyrer, der mit dem Schwert enthauptet wurde (z.B. in Rothenburg ob der Tauber) und dies als Zeichen in der Hand hält
- Pilger mit Hut, Wanderstab, Pilgertasche, Pilgermantel, Pilgerflasche (Kalebasse) und Muschel. Stehend oder sitzend empfängt und begrüßt er die Pilger
oder er „krönt“ sie (Villingen, Freiburg,...) oder verteilt Muscheln und Pilgerstäbe (Konstanz, ...) an sie
- Streiter Christi oder matamoros (Maurentöter), der als Schutzpatron der Christen für den christlichen Glauben kämpft.
Diese typisch spanische Darstellung beruht auf seinem in Legenden überlieferten Eingreifen bei zwei Schlachten zwischen Christen und Moslems
- Helfer, Stütze, Begleiter für einen guten Tod oder Schutzpatron verschiedener Berufe, ...
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das heißt „der zu lesende Text“. Um die Gestalt und das Wirken des Apostels Jakobus des Älteren ranken sich zahlreiche Legenden.
- Wirkungslegenden (der Missionsversuch des Jakobus in Spanien, sein Wirken, sein Tod in Palästina)
- Überführungslegenden (mit dem Schiff, die Fahrt mit den wilden Stieren der Königin Lupa zu seinem Grab; die anderen Legendenstränge, wonach er ins Sinaikloster
gebracht wurde; der Weg seines Leichnams über Mérida bis nach Iria Flavia,...)
- Auffindungslegenden (Lichterscheinung, Marmorgrab)
- Interessenslegenden (Traum Karls des Großen, Maurentöter, Clavijo)
- Wallfahrtslegenden (Galgen- und Hühnerwunder in Santo Domingo de la Calzada, Esel des Jakobus, Jakobsmuschel)
Legenden – welche auch immer - sind aus mündlich überlieferten Berichten entstanden und das nicht ohne einen Anlass.
Die Häufigkeit ihrer Wiedergabe, geschichtliche Hintergründe, Erzählerinteressen und Sprachunterschiede,... formten aus einer Legende eine unglaubliche Geschichte,
dessen wahren Kern wir heute oft nicht oder kaum erkennen. Legenden vermitteln keine historischen Tatsachen, doch man kann historische Bezüge entdecken.
Legenden liefern vorwiegend Bilder, in denen der Glaube von Menschen durchscheint und gestützt wird. Den vielfältigen Legendenkranz um Jakobus und den
Pilgerweg muss man auf dem Hintergrund der mittelalterlichen Lebensdeutung sehen lernen und berücksichtigen, dass Legenden überwiegend zur seelischen
Erbauung und Motivation im Kampf gegen das Böse im Menschen und in der Welt dienten. Die heutige historisch, kritische Sichtweise ist die eine Seite.
Doch was immer dabei entdeckt und erklärt wird, es bleibt die Tatsache: Die Jakobuslegenden hatten oft mehr Einfluss auf die Menschen als die Geschichte.
Für Legenden sind Fakten und Daten nebensächlich und der Begriff „Wahrheit“ erhält eine andere Bedeutung. Die Legende, das was zu lesen ist, kleidet in Worte
und Bilder, was der gläubige Mensch im persönlichen Erleben oder auch in seinem grenzenlosen Vertrauen, z.B. zu Jakobus, wahrnimmt und mitteilen will.
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Die Muschel ist als Symbol in vielen Religionen zu finden. Seit dem 12. Jahrhundert ist die Kammmuschel (pecten maximus) das typische Symbol der Jakobuspilger.
Zunächst hatte sie praktische Funktionen:
- Sie wurde benutzt als Schöpf- und Trinkgefäß.
- Sie war das Zeichen für eine erfolgreiche Pilgerreise.
- Sie war das Schutzzeichen für die Rückreise, denn es galt als schweres Verbrechen, einen Pilger zu berauben.
Heute hat die Muschel überwiegend andere Bedeutungen:
- Sie wird zur Kennzeichnung der Pilgerwege benutzt.
- Pilger nutzen sie als Zeichen ihrer Pilgerschaft, z. B. am Rucksack.
- Sie hat aber vor allem symbolische Bedeutung. Sie zeigt nicht nur die Wegrichtung, sie ist auch ein Zeichen des Empfangens und Gebens, des Verletztseins
und der Verwandlung.
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| Patron / Patronat / Patrozinium |
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(1) Patron – Das ist ein Märtyrer, ein Heiliger oder eine Heilige, zu der/ zu dem die Kirchengemeinde eine besondere Beziehung hat und den oder die sie als
Patron oder Patronin ihrer Kirche gewählt hat. Der Patron/ die Patronin soll die Kirche und die Gemeinde beschützen.
(2) Patronat – Das Patronat ist weltlichen Ursprungs. Im Altertum galten Patrone als Schutzherren bzw. als einflussreiche und fürsorgliche Männer.
Im 4. Jahrhundert wurde dieses Verständnis auf die Märtyrer und später auf Heilige übertragen. Sie wurden Schutzpatrone einer Kirche und zu Fürsprechern bei
Gott für all diejenigen, die sie verehrten (vgl. Patron).
(3) Patrozinium – Das lateinische Wort patronus bedeutete ursprünglich Schutzherr, Vertreter vor Gericht für alle, die unter seinem Schutz standen
oder ihn darum baten. Seit dem 4. Jahrhundert wird dieser Begriff von den Kirchengemeinden verwendet (vgl. Patronat und Patron).
Eine Kirchengemeinde feiert jährlich den Jahrestag ihres Patron/ ihrer Patronin, wie er im so genannten Heiligenkalender festgelegt ist. Dieses Patriozinium findet z.B.
in den zahlreichen Jakobusgemeinden unserer Region am 25. Juli statt.
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Das deutsche Wort hat seinen Ursprung im lateinischen peregrinatio und bezeichnete ursprünglich einen Zustand des Fernseins und der Abwesenheit,
gleichzeitig den Vorgang des Wandern, Reisens und des Unterwegsseins in der Fremde. Die Mönche des 3./ 4. Jahrhunderts verstanden sich als peregrini, d.h. als in der Fremde lebend,
die wie Christus als Pilger auf Erden unterwegs sind. Die einen sahen ihr Leben als Pilgerschaft (vita es peregrinatio) und die anderen fühlten sich stärker ortsverbunden
und betonten die geistliche Pilgerschaft. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Verständnis vom „Leben als Pilgerweg“ durch die Pilgerreisen zu heiligen Orten stark
zurückgedrängt. Das wurde mit der Vorstellung begründet, dass Gott an bestimmten Orten besonders geneigt sei, die Bitten und Gebete der Gläubigen zu erhören,
vor allem in Jerusalem, Rom und ab dem 9. Jahrhundert in Santiago de Compostela. Wohl unterscheidet der italienische Dichter Dante im 13. Jahrhundert noch drei
Arten von Pilgerreisenden: Die Palmieri, die nach Jerusalem gingen und von dort einen Palmzweig mitbrachten, die Romeri, weil sie nach Rom zogen und die Peregrini,
weil sie zu Grab des Apostels Jakobus nach Galizien pilgerten, doch heute bezeichnen wir alle als Pilger, unabhängig vom Pilgerziel. Schwierigkeiten bereitet dagegen
heute meist die Unterscheidung zwischen pilgern, wallfahren und wandern (vgl. Stichworte dazu).
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Pilgern ist nicht wallfahren. PilgerInnen sind zu Fuß (manche mit Fahrrad) als Einzelne oder in einer Kleingruppen unterwegs auf
(meist mit der Muschel) gekennzeichneten Wegen. Pilgern ist zunächst äußerliches, wegorientiertes Gehen. Es ist ein individuelles, selbst bestimmtes und häufig
länger dauerndes Unterwegssein, das in unterschiedlich langen Tagesetappen erfolgt. Dabei setzt sich der Einzelne den verschiedensten Wetterlagen aus und
lässt sich auf eine einfachere Lebensweise (Unterkunft, Verpflegung, ..,) ein. Pilgern ist aber auch ein persönlicher innerer Weg. Die Reduzierung auf das Wesentliche,
das tägliche Gehen in der Natur, die kulturellen und zwischenmenschlichen Begegnungen sowie das ständige Gehen und Bewegen lockert Körper, Geist und Seele und bewegt
den Pilger auch innerlich. Es tauchen Fragen auf, die wir im Alltag selten stellen: Wer bin ich? Wodurch wurde ich so? Wo stehe ich? Was will ich? Pilgern ist ein
äußeres Gehen auf Pilgerwegen und ein inneres Unterwegssein zu mir selbst und dem Sinn meines Lebens.
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Im Mittelalter galt die mitgebrachte Pilgermuschel als Bestätigung der vollzogenen Pilgerreise nach Santiago de Compostela. In späterer
Zeit wurde eine erfolgreiche Pilgerwanderung durch eine Urkunde bestätigt. Heute erhalten die Fußpilger und Fahrradpilger auch ein Urkunde. Dazu müssen sie ihre
zurückgelegte Strecke in einem Pilgerausweis durch Stempel und Bestätigung nachweisen. Ab 2009 gilt dafür nur noch der Pilgerausweis des Pilgerbüros in Santiago,
in ihm müssen für Fußpilger die letzen 100 km und für Fahrradpilger die letzten 200 km vor Santiago de Compostela bestätigt sein. Dieser Pilgerausweis ist z. B.
über die Fränkische Jakobusgesellschaft oder die Deutsche Jakobusgesellschaft zu erhalten. Für die regionalen Pilgerwege zwischen Schwarzwald und schwäbischer Alb
gibt es einen speziellen Pilgerausweis, der bei den Landkreisen der Region (vgl. in dieser Homepage unter „Kontakte“) angefordert werden kann.
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Etwa seit dem 12. Jahrhundert übernachten die Pilger nicht nur in Klöstern und anderen kirchlichen Einrichtungen, sondern auch in speziellen
Pilgerherbergen. Während es heute vor allem in Spanien ein dichtes Netz an Pilgerherbergen gibt, finden wir zwischen Schwarzwald und schwäbischer Alb zur Zeit nur
eine Pilgerherberge (Leinstetten), dafür aber eine Reihe von günstigen Übernachtungsmöglichkeiten (vgl. in dieser Homepage unter „Unterkunft“).
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Neben Jakobus dem Älteren gibt es weitere Heilige, die mit einem oder mehreren Kennzeichen eines Pilgers (Muschel, Stab, Tasche, ...)
dargestellt werden. Zwischen Schwarzwald, Baar, Schwäbischer Alb und Bodensee sind das vor allem drei:
(1) Jodokus (Jodok, Jobst, Jost, ...) – Er lebte im 7. Jahrhundert und war der Überlieferung nach ein bretonischer Prinz. Im Jahr 640 habe er auf
seinen weltlichen Herrschaftsanspruch verzichtet, wurde Priester und lebte dann als Einsiedler, später pilgerte er nach Rom. Nach seiner Rückkehr gründete
er eine Einsiedelei in Montreuil (heute Montreuil-sur-Mer), die zur Keimzelle der spätere Benediktinerabtei Saint-Josse-sur-Mer wurde und nach ihm benannt ist.
Der heilige Jodokus wird häufig als Pilger dargestellt. Er wird auch als Patron der Pilger, der Reisenden und Schiffer verehrt und gilt als Helfer gegen Fieber
und Pest sowie als Beschützer bei Gewitter und Feuer.
(2) Rochus – Viele verwechseln den heiligen Rochus oft mit dem Pilgerpatron Jakobus, da er auch mit Pilgerumhang, Pilgerstab und Muschel dargestellt wird.
Doch man kann den Unterschied an zwei entscheidenden Merkmalen erkennen: Ein oder zwei freie Knie mit einer Wunde (Pestbeule) und ein Hund. Rochus ist der Patron
der Pestkranken.
(Die Legende erzählt: Rochus wurde 1295 in Montpellier als Sohn einer adeligen Familie geboren, verteilte nach dem Tod seiner Eltern alle Güter an die
Armen und begab sich auf eine Pilgerreise nach Rom. Unterwegs brach eine Pestepidemie aus und er widmete sich ganz den Pestkranken. In Piacenza erkrankte er
selbst und zog sich in eine einsame Hütte zurück. Der Hund eines Junkers brachte ihm Brot und der Junker pflegte ihn gesund. Über sein weiteres Leben gibt es
unterschiedliche legendenartige Versionen. Er soll in einem Kerker in Montpellier unerkannt gestorben sein.)
(3) Wendelin - Der in bäuerlichen Gegenden heimische und beliebte heilige Wendelin wird häufig mit dem Pilgerpatron Jakobus verwechselt,
denn er trägt auch den Pilgermantel, einen Stab und die Muschel. Wendelin war – so die Legende – unter anderem ein Schafhirte. Man kann ihn daher daran erkennen,
dass rechts und links von ihm ein Schaf und ein Hund stehen und dass er eine „Schäferschippe“ für das Auskratzen und Richten von Schafshufen in der Hand hält.
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Nach alter Tradition (vgl. Codex Calextinus 12. Jahrhundert) wurden Pilger ihre typischen Utensilien, Tasche und Pilgerstab, zu Beginn der Pilgerreise
gesegnet damit Gott oder der heilige Jakobus sie begleite und schütze auf ihrem Pilgerweg. Diese Tradition des Pilgersegens gibt es heute wieder.
Einzelne Kirchengemeinden bieten den Pilgersegen an oder man kann den Pfarrer oder andere MitarbeiterInnen der eigenen Kirchengemeinde um diesen Segen bitten.
Auf dem regionalen Pilgerausweis finden interessierte Pilger aber auch einen Vorschlag für einen Pilgersegen mit dem sie persönlich ihre Pilgerwanderung beginnen können.
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Die Hauptstadt Galiziens im äußersten Nordwesten Spaniens und der Ort an dem der Apostel Jakobus der Ältere der Tradition nach
begraben ist und das Ziel der Pilger auf Jakobuswegen aus ganz Europa. Nach der Auffindung des Grabes des Jakobus (Santiago) wurde eine erste Kirche und daneben das
Kloster Antealtares gebaut. Es begann sehr schnell die Verehrung des Apostels. Zunächst pilgerten die Menschen aus der Region dann aus Spanien und schließlich aus
ganz Europa auf dem Camino de Santiago zu seinem Grab. Der Namenszusatz Compostela meint nicht das Sternenfeld „campus stellae“ aus der Auffindungslegende,
sondern leitet sich ab von compostum und verweist auf ein altes Gräberfeld auf dem das Grab des Apostels Jakobus zu Beginn des 9. Jahrhunderts zur Zeit des Bischof Theodemir
entdeckt wurde.
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Diese Praxis der Verehrung eines/ einer Heiligen oder eines Gnadenbildes, meist Maria, findet in der Gemeinschaft einer Gruppe statt. Die Gruppe
ist nicht weg-, sondern zielorientiert und hat ein gemeinschaftliches Anliegen z.B. verbindet Dank oder Verehrung am Zielort die TeilnehmerInnen. Wallfahrten finden
regelmäßig am gleichen Termin statt, der Ort ist oft lokal oder regional erreichbar, es gibt keine gekennzeichneten Wege dorthin. In der Regel gehören zur Wallfahrt
traditionell gewachsene, aber durchaus auch unterschiedliche Formen und Rituale wie Prozession, Fahnen, Gebete, Gottesdienst, ...
Pilgern ist der individuelle Ausdruck einer spirituellen Suche nach sich selbst und Gott, Wallfahrt dagegen ist ein gemeinschaftlicher Ausdruck in dem sich
Volksglauben, Heiligenverehrung und private Frömmigkeit sich verbinden.
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Wanderer haben ein Ziel. Unterwegs stehen das Erkunden und Erleben der Natur, der Landschaft und der Orte, zu denen sie wandern, in Vordergrund.
Neben dem individuellen Wandern wird vor allem das gemeinsame Wandern und die damit verbundene Geselligkeit gepflegt.
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Die Wege der Region zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb sind mit der stilisierten gelben Muschel auf blauem Grund gekennzeichnet.
Hinzu kommen Wegweiser mit dem Namen des Pilgerweges und vereinzelt an schwierigen Stellen ein gelber Pfeil (wie in Spanien). An wenigen markanten Stellen befindet
sich eine kleine Informationstafel mit Hinweisen auf einen kurzen Abstecher zu einem historisch, kulturell oder religiös interessanten Ort oder es wird auf eine
Weggabelung von Pilgerwegen hingewiesen. Der Weg ist nur in eine Richtung, in der Regel von Nord nach Süden bzw. Südwest, gekennzeichnet. Die Muschel gibt die Wegrichtung an.
Die verschiedenen Strahlen der Muschel verbinden sich und zeigen gebündelt den Pilgern den Weg. Oder anders formulier: Alle Wege der Jakobuspilger führen nach
Santiago de Compostela.
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