„Auf dem Weg sein“ – das ist ein Sinnbild des Pilgerns, aber
auch des menschlichen Lebens. Im Pilgern wird eine uralte
Sehnsucht des Menschen sichtbar: aufzubrechen, den
gewohnten Alltag hinter sich zu lassen, sich in der Fremde
auf Neues einzulassen, auf ein Ziel hinzugehen und reich an
Erfahrungen heimzukehren. Die Menschen des Mittelalters
verstanden die Pilgerschaft überwiegend als Buße. Heute
bewegen die Pilger andere Fragen – wie zum Beispiel: Wie
finde ich wieder zu mir selbst? Kann ich auch einfacher
leben? Was ist der Sinn meines Lebens?
Wer sich auf Pilgerschaft nach Santiago
de Compostela begibt, erlebt seine
Antwort- und Sinnsuche hautnah
mit Körper, Geist und Seele. In den
Begegnungen mit der Natur, mit den
eigenen Stärken und Schwächen, mit
anderen Menschen, mit der Geschichte
und der Kultur entlang des jeweiligen
Weges und in der Begegnung
mit Gott. Pilgern ist eine „ganzheitlich-spirituelle Reise zu sich selbst“.