Auf Pilgerschaft zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb
Hüfingen, Detail der Fahne der Jakobusbruderschaft
Anzunehmen ist freilich,
dass die „Jakobsbrüder“
gelegentlich zur
Landplage werden konnten,
wenn sie scharenweise
und aufdringlich
bettelnd unsere kleinen
Städte und Dörfer heimsuchten.
Es gab eben
Zeitgenossen, die die
Wallfahrt nach Santiago
etwa zur Sühne für irgendwelche
Untaten auf sich zu nehmen hatten.
Natürlich bedeutete die religiöse Standort- bestimmung im
Verlauf der Reformation einen starken Einschnitt. In den
katholischen Gegenden erholte sich das Pilgerwesen aber
im Zeichen der Gegenreformation noch einmal. In der frühen
Neuzeit ist allerdings die Tendenz zu beobachten, dass
die meisten Gläubigen zunehmend näher gelegene Wallfahrtsziele
gegenüber der
Fernwallfahrt nach Santiago
bevorzugten. In diesem Zusammenhang
kann man in
unserer Gegend an Einsiedeln,
aber auch an den Palmbühl
oder den Welschenberg
bei Mühlheim an der Donau
denken.
Im Zeichen der Aufklärung
kam das Pilgern zum Grab
Jakobus des Älteren schließlich
für Mitteleuropa in Abgang.
Erst in den letzten
Jahrzehnten wurde die Santiago-Wallfahrt vor spirituell-religiösem
Hintergrund, aber
auch aus touristischen Gründen
wiederentdeckt. Damit
rückt die Gegend zwischen
Schwarzwald und Schwäbischer
Alb mit ihren traditionsreichen
Pilgerwegen und
den beachtlich vielen Zeugnissen
der Verehrung des
„Pilger-Heiligen“ Jakobus
wieder in den Blickpunkt.